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System .011

 

 

 

 

 

 

 

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Eigentlich wollte ich sowas Ähnliches haben, nicht so eine Lose-Geräte-Sammlung...

(Bildquellen: Sperry-Univac, ICL)

 

 

 
 I tell this tale, which is strictly true,
 just by way of convincing you
How very little since things were made
Things have altered in the computer trade.
 

Frei nach R. Kipling

System .011

Alle Fotos aus dem  Prospektmaterial der Hersteller. Kein Foto vorhanden, wie es im Innern aussieht. Dokumentation nicht verfügbar, nur einige private Aufzeichnungen.  

Entwicklung: ca. 1986 bis 1988.

Projektiert als universelles Multi-Mikroprozessorsystem auf Grundlage des  Z80. Einzige Nutzung als Systemkonsole und Serviceprozessor für EDV-Anlagen - obwohl man damit wesentlich mehr hätte anstellen können...

Weiterentwicklung des Systems .004. Gleicher Bus, neue Platinen mit neuen Bauelementen. Mehrprozessorsystem auf Grundlage des Multimaster-Universalbus vom System .004. Maximal 16 anschließbare Funktionseinheiten,  1 MBytes gemeinsamer Adreßraum. Die entscheidende Funktionseinheit ist der Single Board Computer (SBC) mit 64 kBytes DRAM, der als echter Dual-Port-Speicher betrieben wird. Wenn ein SBC nicht reicht, nehmen wir zwei, wenn zwei nicht reichen, nehmen wir drei usw. Hier wurden drei Stück eingesetzt. Zwei weitere Funktionseinheiten sind ebenfalls mit Z80 bestückt. Sechs Z80 in den Funktionseinheiten, sieben Z 80 im gesamten Gerät (der 7.  in der Stromversorgung).  Jeder SBC kann mehrere Programme zeitmultiplex ausführen. Prinzip der Partitionierung. Realzeitbetriebsystem ARTX.011 ereignisgesteuert und objektorientiert. Ein eigener SBC für das Floppy-Disk-Subsystem. Dort konne man mehrere Spuren puffern,ohne daß es wonanders knapp wurde. Gar kein vergleich zu den CPM-Mühlen, die seinerzeit in Mode kamen...

Elektrisch-konstruktive Auslegung als Verbund der Prinzips des Systems .004 und der herkömmlichen Steckkartenbauweise. Jede Funktionseinheit des Mehrprozessorsystems belegt eine einzige große Zweiebenen-Platine. Alle diese Leiterplatten sind in einem Block zusammengefaßt, der wie ein Buch aufgeklappt werden kann. Bei höheren Taktfrequenzen kommt die Zweiebeneplatine aber an ihre Grenzen. Deshalb Auslagerung der besonders kritischen Funktionseinheiten des Videosubsystems auf Mehrebenen-Steckkarten im üblichen Formfaktor. Im Einbaurahmen ("Paneel") wurden dann auch noch  Platinen der peripheren Elektronik untergebracht.

1 - Gehäuse mit Elektronik, Stromversorgung und Interfaceanschlüssen, 2 - Bedienfeld und Diskettenlaufwerke, 3- unter dieser Klappe befindet sich das Wartungsfeld, 4 - Nadeldrucker, 5 - Monitore.

Ein einziges Gehäuse, in dem alles beieinander ist. Keine Beistellschränke o. dergl. Kein Zwang zur Nutzung wenig geeigneter Büromaschinenkomponenten. Das Gehäuse durfte als zweckgebundene mechanische Konstruktion ausgeführt werden. Als solche ein beträchtlicher Fortschritt.

Als Nachfolge des Systems .004 hätte ich gern eine Maschine in gleicher Technologie gebaut, aber mit Mehrebenenplatinen und Z 8000; wenn möglich, die Steuerung in ASICs. Oder -- als radikale Alternative -- einen kleinen Prozessor mit Grundbefehlsliste S/360, aber eigenem E-A-Subsystem, also etwas Ähnliches wie die Fa. Amdahl. Der Grundgedanke: die umfassende Wartungsunterstützung größerer Systeme geht schon in Richtung echter Datenverarbeitung. Das System .004 erforderte (grob geschätzt) etwa 40 000 Codezeilen. Es war im Prinzip ein Turnkey-System mit eine schmalen Übergabeschnittstelle. Die einzige Übergabe von außen war eine Diskette im IBM-Format mit dem Mikrocode der EDV-Anlage. Intern konnten wir ungestört im eigenen Saft schwimmen (eigener Zeichencode, eigenes Diskettenformat, Dateisystem usw.). Die Aspirationen gingen nun aber in Richtung Fehlersimulation (Backtracing), Fernwartung usw. Damit muß man richtige Dateisysteme unterstützen, standardkonforme Kommunikationsschnittstellen usw.  Nun aber mehrere hunderttausend Zeilen in Assembler schreiben? Und das alles ausprüfen? Da ist es doch viel einfacher, die Kernfunktionen des S/360 zum Laufen zu bringen (das Minimum waren wohl etwas über 40 Maschinenbefehle) und dann vorhandene Software laufen zu lassen. Natürlich hätte man auch eine nachgebaute PDP-11 oder VAX nehmen können. Wenn die nur nicht so plump und teuer wären. Abgesehen davon passen DEC und IBM nur über Netzwerkkopplung gut zusammen. Auf der Ebene der Hardware paßt praktisch nichts. Allein schon, daß die Bytes jeweils anders herum im Speicher stehen, bei IBM die höherwertigen zuerst, bei DEC die niederwertigen. Die Kopplung wäre entwurfsseitig auch kaum weniger aufwendig als die 360-Kleinmaschine. Zudem hätte man dann in der EDV-Anlage eine kleine EDV-Anlage mit vollkommen inkompatiblen Organisationsprinzipien. Welcher Wartungstechniker soll wohl damit zurechtkommen?

Nun ja. zunächst gab es andere Sorgen. Wieder einmal die Arbeitsplatzsicherung, genauer, die Sicherung von angemessenen Arbeitsaufgaben jenseits stumpfsinnigster Routinearbeit. Dann kam aber doch der Auftrag, aus dem S.004 einen neuen Serviceprozessor zu entwickeln, aber unter knappen Terminen und ohne eine neue Generation von Bauelementen. Kein Z 8000, keine ASICs, keine großen Mehrebenenplatinen. Was es aber neu gab:

  • Z80 mit 4 MHz,
  • DRAMs 64kBits,
  • EPROMs 2k oder 4k(?),
  • SRAMs 4kBits,
  • ein größeres Sortiment  TTL-MSI,
  • LS-TTL und Schottky-TTL,
  • TTL-PROMs (Fusible Link),
  • Diskettenlaufwerke 5 1/4",
  • neue Nadeldrucker,
  • neue Monitore,
  • alle Speicherschaltkreise mit nur 5 V (5-V only).

Die Lösung: wir lassen das System, wie es ist, und modernisieren die Komponenten. Großzügige Ausstattung, zumimdet vergleichsweise. Motto: Klotzen statt kleckern (H. Guderian).  Mehr Speicher, höhere Taktfrequenzen, ein SBC mehr, eigene Mikroprozessoren im Videoadapter und im SPIF-Adapter. Das ergab insgesamt einen Block von 7 Platinen.

Das Blockschaltbild:

Dieses Blockschaltbild als PDF

S.011 Block Diagram as PDF

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelles:

14. 11. 2017

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